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Die Geschichte des Museums für Asiatische Kunst

102 Jahre Geschichte der Berliner Sammlung im Rahmen einer Führung durch die Räume des Museums
(von Eike-H. Nießler, Feb. 2009)

Zum Geleit

Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Geschichte des Museums für Asiatische Kunst zu Berlin und versucht dem geneigten Leser nahe zu bringen wie sich die Sammlungen in Berlin über das Jahrhundert ihres Bestehens hinweg entwickelt haben.[1]

Vor dem Hintergrund eines Versuches die ostasiatische Kunst einem Publikum von Interessierten zu vermitteln sollte dieser Text auch als Anleitung verstanden werden sich mit der Geschichte der Stücke, die Gegenstand unserer Betrachtung sind, nicht nur im engsten Sinne, nämlich zum Zeitpunkt ihres Entstehens, sondern im Ganzen zu betrachten und sich zu besehen wo sie wie und warum gelagert und ausgestellt wurden, mit welcher Intention man sich zu verschiedenen Zeiten mit ihnen beschäftigt hatte und wie sich aus diesen Gegebenheiten die Sammlungen fort entwickelten.

Die Geschichte der europäischen Rezeption ostasiatischer Kunst im Ganzen und jedes Exponats im Besonderen ist ein andauernder Akt, welcher durch jede Umlagerung und Ausstellung, sowie jede Restauration und Einlagerung erweitert wird.

Der Autor dieses Aufsatzes meint daher, dass jeder der sich mit der ostasiatischen Kunst in Deutschland ernsthaft beschäftigt, sich auch mit der Geschichte der deutschen Sammlungen beschäftigen muss um die Präsentation und den Hintergrund, sprich den Sammlungsgedanken, zu begreifen.

Nur durch ein Verständnis der Rezeption der Kunst in Deutschland und Europa ist es möglich einem Europäischen Publikum die Kunst Ostasiens nahe zu bringen und begreifbar zu machen. Das Wissen um die Art und Weise in welcher die Sammlungen zusammengetragen und Ausgestellt wurden ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Rezeptionsgeschichte.

Anfänge

Die Geschichte des Museums für Asiatische Kunst, bislang noch in den Räumen in Dahlem untergebracht, beginnt unweigerlich mit den Sammlungen von Ostasiatika aus der Kurfürstlichen Kunstkammer des Brandenburgisch-Preußischen Herrscherhauses.

Bereits im 17. Jahrhundert waren hier Exemplare der chinesischen Blau-Weiß Keramik zu finden, welche jedoch in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurden.

Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (1620-1688), dem "Großen Kurfürst", ein Freund der ostasiatischen Kunst, stellte schließlich eine Sammlung in der kurfürstl. Kunstkammer wieder her und unter seinem Nachfolger Friedrich II. Herzog von Preußen (1657-1713), seit 1701 König von Preußen, wurde diese signifikant erweitert und ausgebaut.

Neben der Kunstkammer entstanden in den Schlössern Oranienburg, Charlottenburg und Caputh umfangreiche Porzellankabinette, welche mit Ankäufen der Vereenigte Oostindische Compagnie (VOC) und später auch der vom Monarchen gegründeten "Königlich Preußischen Asiatische Kompagnie zu Emden auf Kanton in China".

Eine Zweite Quelle, aus der die spätere Ostasiatische Sammlung sich speiste, waren die Erwerbungen bei den Weltausstellungen in London und Paris unter dem Doyen des Deutschen Diplomatenkorps Max von Brandt (1835-1920), welcher sich speziell auf Kunsthandwerk, besonders Japans, konzentrierte. Diese sollten dann in den Bestand des Ethnologischen Museums in Dahlem und in das Kunstgewerbe Museum (KGM) in der Prinz-Albrecht Strasse, in Berlin, überführt werden.

Im November des Jahres 1906 schließlich wurde auf betreiben des Generaldirektors der Königlichen Museen zu Berlin, Wilhelm von Bode (1845-1929), durch Ministerialerlass, die Ostasiatische Kunst als eigenständige Sammlung etabliert. Die ersten Bestände kamen aus dem KGM, dem Ethnologischen Museum, und den Königl. Preuß. Kunstsammlungen aus den Schlössern Oranienburg und Monbijou.

Von Bode hatte schon zwei Jahre zuvor das Museum für Islamische Kunst ins Leben gerufen und sollte wenig später auch des Museum für Indische Kunst gründen. Diese Sammlungen sollten seinen Plan des Künstlerischen Universalmuseumskomplexes komplimentieren, indem sie der europäischen Kunst der Berliner Museen und Galerien die Kunst der nicht-europäischen Hochkulturen entgegensetzte.

Er kontaktierte zunächst den Freiburger Professor und berühmten Kenner von Ostasiatika, Ernst Grosse (1862-1927), welcher seine Hilfe zwar bereitwillig zusicherte, seinen Lehrstuhl in Freiburg jedoch nicht aufgeben wollte und deshalb auf den angebotenen Posten als Direktorialassistent verzichtete. Er schlug stattdessen seinen Protegé Otto Kümmel (1874-1952) vor, der zu dieser Zeit ein Volontariat am Hamburger Kunstgewerbe Museum, welches schon damals über eine ostasiatische Sammlung verfügte, absolvierte und der fachlich, so versicherte Grosse in einem Brief an von Bode von 1905, "...bestens geeignet sei".[2]

Auf Betreiben Bodes wurden Grosse und Kümmel in den Jahren 1906/07 nach Japan entsandt, um Einkäufe für die im Aufbau befindliche Sammlung zu tätigen.

Der frühe Schwerpunkt der Sammlung sollte auf archaischen Bronzen des alten China liegen, welche mit Hilfe des japanischen Antiquitätenhändlers Tadamasa Hayashi (1853-1906) angekauft werden konnten. Bei den Vorplanungen zur Verselbständigung der Sammlung hatte Ernst Grosse von Bode mit Tadamasa bekannt gemacht und arrangiert, dass diesem aus einer finanziellen Not durch ein Darlehen geholfen werden konnte. Im Gegenzug räumte Tadamasa ein Vorverkaufsrecht zu Sonderkonditionen für Grosse und Kümmel ein, sollte seine Sammlung veräußert werden. Dies geschah als Tadamasa 1906 an einem Krebsleiden erlag.

Die Stücke aus dem Nachlass Tadamasa waren so mannigfaltig und wurden von Kümmel wie auch Grosse als so wichtig eingeschätzt, dass die beiden in einem Schreiben an den preußischen König um eine außerordentliche Aufstockung der ihnen zugedachten Geldmittel baten. Der Monarch bewilligte zu den 50 000 Mark, welche der Reise ohnehin schon zugedacht waren, weitere 20 000 Mark für Ankäufe. Dies waren 4000 Mark mehr als von Kümmel angefordert und zeigen das besondere Interesse, welches Willhelm II. an der Ostasiatischen Kunst gehabt hatte.

Im Jahre 1908 kam es dann zur ersten Ausstellung zu Gast in den Räumen des Kunstgewerbe Museums, bei welcher Gelegenheit die Neuerwerbungen der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. 1912 folgte die Ausstellung "Japan-China", diesmal zu Gast in der Königlichen Akademie der Künste am Pariser Platz. Diese für damalige Verhältnisse großartige Schau mit über 1120 Exponaten wurde ermöglicht durch die Leihgaben von Privatsammlern wie z.B. die Sammlungen Grosse, gemeinsam mit seiner Ziehmutter Marie Meyer und Gustav Jakoby (1856-1921). Unterstützungen durch Mäzene wie diese sollten das Museum in seine Hochblüte führen und zu einem der bedeutendsten in Europa avancieren lassen.

Hochblüte

War die Sammlung bisher noch nicht dauerhaft untergebracht, mit nur wenigen hundert Quadratmetern Magazinfläche im damaligen Kunstgewerbe Museum, wurden 1924 die Pläne einer Etablierung in Neubauten in Dahlem, in unmittelbarer Nähe zum Ethnologischen Museum, aufgegeben und die Ostasiatische Sammlung zog dauerhaft in die Räumlichkeiten in der Prinz-Albrecht Strasse ein. Die Bestände des Kunstgewerbe Museums wurden kurz zuvor ins Stadtschloss gebracht.

Das Vorhaben in Dahlem scheiterte an finanziellen Bedenken und am Widerstand Otto Kümmels, welcher die Pläne für nicht haltbar empfand, da sie vorsahen, die Sammlung in zwei verschiedene Häuser zu teilen. So scheiterte auch von Bodes Vision vorerst, die drei Museen außereuropäischer Kunst sowie das Ethnologische Museum in Dahlem zu vereinen. Die schon fertig gestellten Räumlichkeiten wurden dem Letzteren, stattdessen, als Magazin zugeordnet.

Von Bode, der um die nutzbringende Wirkung von privaten Förderkreisen wusste, hielt Kümmel dazu an einen auch für die Ostasiatische Sammlung zu gründen, um so Kapital für Ausstellungen und Neuerwerbungen zu sammeln.

So wurde im Jahre 1926 die Gesellschaft für Ostasiatische Kunst gegründet. Zu ihren ersten Mitgliedern zählten solch schillernde Persönlichkeiten wie der großindustrielle Gustav Krupp von Bohlen und Hallbach (1870-1950), Curt Glaser (1879-1943), der bis 1933 Direktor der Kunstbibliothek war und Willehlm Solf (1862-1936), damals deutscher Botschafter in Tôkyô und erster Vorsitzender der Gesellschaft. Mit Hilfe dieses Förderkreises gelang es 1929 erneut eine Ausstellung, diesmal rein Chinesischer Kunst, wieder zu internationaler Größe zu führen und es schlossen sich 1931 und 1937 Ausstellungen zeitgenössischer japanischer beziehungsweise chinesischer Kunst an, in welchen die Gesellschaft eine tragende Rolle bei Planung, Finanzierung und dem knüpfen von Kontakten zukam.

Das Informationsblatt der Gesellschaft ging 1927 bereits nahtlos in der Publikation Otto Kümmels und William Cohns (1880-1961), der so genannten Ostasiatischen Zeitschrift, auf.

Die Ostasiatische Zeitschrift wurde von Kümmel gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Cohn seit 1912 vierteljährig verlegt und enthielt wissenschaftliche Artikel zum Thema Ostasiatischer Kunst und Kultur. Die Publikation erschien bis einschließlich 1943 regelmäßig und war, neben gleichartigen Schriften in den Niederlanden und England, eine maßgebende Quelle für die Ostasienforschung der westlichen Welt.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde im Museumsbetrieb kaum vermerkt, hatte jedoch signifikante negative Auswirkungen auf das Schicksal der Sammlung. So musste Curt Glaser sein Amt in der Kunstbibliothek gezwungenermaßen räumen und viele Mäzene des Museums und Mitglieder der Gesellschaft für ostasiatische Kunst aus den Reihen des jüdischen Berliner Großbürgertums flohen des Landes oder wurden enteignet.

Die Nazi-Führung hingegen betrieb bis einschließlich 1937 eine gegen alle nicht-deutschen Kulturen gerichtete Politik, schwenkte dann jedoch um und forcierte den kulturellen Austausch mit Japan.

So organisierte Otto Kümmel, der unter den Nationalsozialisten zum Generaldirektor der Staatlichen Museen aufgerückt war, 1939 die "Große Japan Ausstellung", einem Spektakel bei welchem nicht weniger als 29 Nationalschätze Japans ausgestellt wurden und die unter der besonderen Aufsicht des japanischen Botschafters in Deutschland Kurusu Saburo stand, der sich sehr für den deutschen Faschismus begeisterte.

Unter den Augen der Führungsriege der NSDAP wurde die Ausstellung beim Pergamonaltar auf der Museumsinsel eröffnet. Sie ist noch immer die größte Ausstellung japanischer Kunst, die je außerhalb Japans gezeigt wurde.

Zerstörung & Trennung

1941 wurde die Sammlung zunächst im Keller der Prinz-Albrecht Strasse verwahrt, die als relativ sicher galt. Später jedoch wurden die Exponate an den Flakturm am Zoologischen Garten verbracht, als der Luftkrieg Berlin zusehends verwüstete.

Nur etwa 300 der als Stufe A, also sehr wertvoll, kategorisierten Stücke wurden in einem Bergwerk nahe Magdeburg eingelagert, wo sie den Krieg unbeschadet überstanden. Die Ausstellungsräume selbst wurden von einer Bombe getroffen und Teile der Sammlung, gerade die im Magazin eingelagerten Stoffe sowie die von Kümmel aufgebaute, international gerühmte Biblio- und Diathek, wurden ein Opfer der Flammen.

Nach 1945 wurden die in Berlin verbliebenen Werke dann von der Trophäenkommission der Sowjetunion komplett nach St. Petersburg und Moskau verladen. Ein schwerer Schlag von dem sich die Ostasiatische Sammlung lange nicht erholen sollte.

Neun Zehntel der damaligen Bestände (fast 5400 Einzelstücke) waren verloren. Diese als Beutekunst bekannten Werke sind bis dato noch nicht wieder an das Museum für Asiatische Kunst zurückgeführt worden, wenngleich die russische Regierung im Zuge des deutsch-russischen Museumsdialogs Kunstschätze von bedeutender Tragweite schon relativ früh wieder an Deutschland übergab.

Zudem brachte die Nachkriegszeit und die Teilung des Landes auch eine Teilung der staatlichen Sammlungen. In Ostberlin wurde bald im Jahr 1950 wieder eine Ostasiatische Sammlung aus Beständen des zerstörten Schlosses Monbijou und des Stadtschlosses aufgebaut, welche auf der Museumsinsel gemeinsam mit der islamischen Sammlung untergebracht wurde.

Im Westteil der Stadt wurde die Sammlung 1957 in Dahlem gemeinsam mit dem Museum für Indische Kunst und dem für Islamische Kunst in den Gebäuden des Museums für Völkerkunde (ehem. Ethnologisches Museum) untergebracht, somit auf wenige Jahrzehnte zumindest den großen Plan Willhelm von Bodes realisierend und die drei Asiatischen Kunstsammlungen räumlich vereinend.

Während im Osten unter anderem bedingt durch die besseren Bestände aus anderen Sammlungen sowie durch die großzügige Unterstützung des Ehepaares Franz Carl (1900-1955) und Grete Weißkopf (1905-1956) und der Stiftung aus ihrem beiderseitigem Nachlass sowie durch Schenkungen der Volksrepublik China anlässlich des 10. Jahrestages der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, schnell wieder eine Passable, wenn auch an den Glanz der Vorkriegssammlung kaum heranreichende, Sammlung aufgebaut werden konnte, tat sich der Westteil der Ostasiatischen Sammlung zunächst schwer.

Der Grundstock wurde von jenen 300 Exponaten gebildet, die aus Berlin herausgebracht worden waren und die durch die Kunstsammellager der Alliierten wieder ihren Weg nach Berlin zurückfanden.

Es oblag Leopold Reidemeister (1900-1987), einem ehemaligen Mitarbeiter der Sammlung und letztem Vorsitzenden der Gesellschaft für Ostasiatische Kunst, die wie alle öffentlichen Organisationen nach dem Krieg aufgelöst wurde, zusammen mit Otto Kümmel die Ostasiatische Sammlung erneut zu beleben.

Aus den Resten des Vereinsvermögens gelangen ihm Ankäufe wie z.B. die Ritualaxt vom Typ Yue, welche heute zu den Zimelien des Museums gezählt wird.

Der erste Direktor der wiedereröffneten Sammlung, seit 1967 Museum für Ostasiatische Kunst, war Roger Goepper (geb. 1925), während seiner Amtszeit, von 1959 bis 1965, gelangen ihm weitere bedeutende Ankäufe, wie beispielsweise eine Sammlung von Ordosbronzen aus dem Besitz des Diplomaten Hans Bidder (1897-1967). Seine Nachfolge trat dann seine langjährige Schülerin und Mitarbeiterin Beatrix von Ragué (1920-2006) an. Sie sollte das Direktorat bis 1985 innehaben und veranlasste solche Erweiterungen zu den Beständen des Museums, wie die Lackarbeiten aus der Sammlung Fritz Löw-Beer, zu welcher auch der Kaiserliche Thronsessel und Paravent gehört, der nun zu einem der Aushängeschilder des Museums geworden ist.

Die Fortentwicklung des Museums wurde solchermaßen in Bahnen geleitet welche die schier unlösbare Aufgabe die Kriegsverluste auszugleichen als nicht mehr all zu utopisches Ziel erscheinen lies.

Der derzeitige Direktor, Williblad Veit (geb. 1944) trat sein Amt 1985 an. Unter ihm sollten die Sammlungen Ost und West in Dahlem zusammen und das Museum wieder zu Höhen geführt werden, welche jenen der Vorkriegszeit nahe kommen.

Neues Museum

Neben dem Ankauf der Sammlung Klingenberg im Jahr 1996, wobei archaische Bronzen aus China erworben werden konnten, waren für die Amtszeit von Prof. Veit maßgeblich die Überführung der asiatischen Druckgraphik aus den Beständen der Kunstbibliothek, wobei mehr als 6000 Exemplare chinesischer und japanischer Drucke in den Besitz des Museums übergingen, sowie der Ankauf der Studiosammlung Jungfische, auch unter der chinesischen Bezeichnung monchan shanzhuang bekannt, bei dem mit Hilfe der Stiftung Deutsche Klassenlotterie hochqualitative Tuschmalerei aus der Ming- und Qing-Zeit für das Museum erworben werden konnte.

Zwischen 1998 und dem Jahr 2000 wurde das Museum in Dahlem dann wegen massiver Umbauten geschlossen und eröffnete 2000 in einem Festakt in seiner derzeitigen Form wieder.

Seit 2001 erscheint nun wieder Regelmäßig die Ostasiatische Zeitschrift, Neue Serie (halbjährig) welche vom 1990 neu gegründeten Förderverein des Museums, der Deutschen Gesellschaft für Ostasiatische Kunst, verlegt wird.

Mit der Galerie Klaus Friedrich Naumann, mit welcher der größte Gönner des, seit 2007 nunmehr mit dem Museum für Indische Kunst vereinten, Museums für Asiatische Kunst, geehrt wird, knüpft das Museum an die Tradition der Mäzene wieder an, die schon die alte Ostasiatische Sammlung zur Größe geführt hatte.

Der in Berlin geborene und in Tôkyô lebende Naumann hatte mit der Überlassung seiner umfangreichen Sammlung als Dauerleihgabe, sowie finanziellen Zuwendungen und organisatorischer Hilfe, dem Museum als beständiger Förderer große Dienste erwiesen, wie auch die große Ausstellung "Schönheit und Eros" wieder einmal bewiesen hatte, bei welcher er eine tragende Rolle spielte. Im Jahr 2008 gingen die meisten Stücke aus seiner Dauerleihgabe auch durch verkauf in den ständigen Besitz des Museums über und ergänzen die Bestände seither, besonders in bereichen der Lackkunst und Gebrauchskeramik.

Die Zukunft des Museums, welches in das Humboldt-Forum im wieder aufgebauten Stadtschloss gebracht werden soll, sobald dieses Projekt fertig gestellt ist, liegt dann wohl nicht mehr in den Händen des Direktor Veit, der sein Amt vor diesem Termin niederlegen will. Die wechselvolle Geschichte des Museums für Asiatische Kunst, das erst 2006 sein 100 Jähriges Bestehen feiern durfte und die hier grob skizziert worden ist, dürfte aber noch weit in der Zukunft von sich hören machen.

Nachwort

Die Hier dargestellten Fakten können Anreiz dazu liefern sich die Geschichte der ostasiatischen Kunst von einer Seite her zu nähern welche vielleicht zugänglicher ist als ein theoretischer Ansatz, indem man sich konkret ansieht, welche Bestände in Europa für eine Betrachtung zugänglich sind und unter welchen Gesichtspunkten sie ausgewählt und zusammengetragen wurden.

Zu guter Letzt ist auch Interessant um welche Facetten die Geschichte der Stücke hier in den Sammlungen bereichert wurden, haben sie doch Krieg und Unruhen Überstanden, wurden wieder hergestellt und in vielen großen und kleinen Ausstellungen dem Publikum zugänglich gemacht.

Wer sich in Deutschland und Europa mit ostasiatischer Kunst befasst, reiht sich in eine lange Tradition auf welche man sich Berufen kann, aus deren Erfahrung man schöpfen kann, und, vielleicht am wichtigsten, aus welchen Fehlern man zu lernen hat.

Verfaßt von: Eike-H. Nießler, Februar 2009

[1] Die Arbeit stützt sich im Wesentlichen auf die Jubiläumsschrift "Wege und Wandel - 100 Jahre Museum für Ostasiatische Kunst" von Herbert Butz erweitert durch Aktuelle Entwicklungen und viele bereiche welche hier nur angeschnitten werden können sind dort en detail aufgezeichnet.

[2] vide Kümmel, Otto (1927/28): Nachruf auf Ernst Grosse. Seite 100

Bibliographie:

- Butz, Herbert (2006): Wege Und Wandel, 100 Jahre Museum für Ostasiatische Kunst; Staatliche Museen Berlin

- Glaser, Curt (1913): Die Kunst Ostasiens. Der Umkreis ihres Denkens und Gestaltens, Leipzig: Insel

- Kümmel, Otto (1921) Die Kunst Ostasien, Berlin, Cassirer

- Veit, Willibald (2000): Museum für Ostasiatische Kunst., New York, München, London: Prestel

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