Bereits
1953 wurden Pläne gemacht, das Capital Museum im
Konfuzius Tempel in Peking zu etablieren, doch es
sollte bis 1981 dauern, bis das Museum auch
eröffnet wurde. 1999 wurden erste Pläne
gemacht, das Museum in einem Neubau
unterzubringen, im Jahre 2007 schließlich zog
das Museum dann an seinen heutigen Standort in
der Fuxingmenwai Dajie um. Das Gebäude besticht
mit seiner Größe und der architektonischen
Verschmelzung von Moderne und Tradition. Das
Museumsgebäude beherbergt drei eigentlich
unabhängige Konstruktionen: ein rechteckiges
Ausstellungs-, ein ovales Ausstellungs- und ein
quadratisches Verwaltungs- und
Forschungsgebäude.
Insgesamt 5622
Ausstellungsobjekte vernehmlich mit einem
regionalen Bezug zu Peking sind in
Dauerausstellungen (regular exhibitions), in
Ausstellungen von Kunstsammlungen (exhibition of
fine artistic collection) und temporären
Ausstellungen (temporary exhibition) zur Schau
gestellt.
Unter den "regular
exhibitions" werden folgende Ausstellungen
zusammengefasst: "Ancient Capital Beijing -
History and Culture", "Ancient Capital
Beijing - Urban Construction" und "Old
Stories of Beijing - Exhibition of Old Beijing
Folk Customs". Ihnen ist gemein, dass sie
sich ausschließlich mit der Kultur und
Entwicklung der Region Pekings befassen. So sind
dort beispielsweise ein Theaterhaus nachgebaut
und Originalkostüme bedeutender Darsteller der
Peking Oper ausgestellt. Besonders interessant
ist auch, dass in der Ausstellung "Ancient
Capital Beijing - History and Culture" die
Entwicklungsgeschichte Pekings/Chinas der der
übrigen Welt gegenübergestellt wird und so
Vergleiche leichter möglich werden.
Unter den "exhibitions
on fine artistic collections" finden sich
schließlich folgende Ausstellungsschwerpunkte:
Porzellan, Bronze, Kalligraphie, Malerei, Jade,
buddhistische Skulpturen und Objekte aus dem
Gelehrtenzimmer ("Exhibition of Fine
Artistic Collection of Ancient Chinaware",
"Exhibition of Fine Collection of Ancient
Beijing Bronze Art", "Exhibition of
Fine Artistic Collection of Ancient
Calligraphy", "Exhibition of Fine
Artistic Collection of Ancient Paintings",
"Exhibition of Fine Artistic Collection of
Ancient Jade Ware", "Exhibition of Fine
Artistic Collection of Ancient Buddha
Statues" und "Exhibition of Fine
Artistic Collection of Gadgets of Studies").
Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die
Ausstellungshallen im rechteckigen Gebäude einen
ersten Überblick geben und einzelne
Themenschwerpunkte wie Kalligraphie, Malerei,
Jade etc. nochmals in den ovalen
Ausstellungshallen vertieft und ergänzt werden.
Mit den temporären
Ausstellungen hat man sich zum Ziel gemacht, den
kulturellen Austausch zwischen der Region Peking
und anderen Gebieten Chinas bzw. der Welt
aufzuzeigen und wissenschaftlich zu beleuchten.
Bedauerlicherweise war zum Zeitpunkt meines
Besuchs jedoch keine Ausstellungen dieses
Ausstellungsziels geöffnet, die einzige
geöffnete Sonderausstellungen befasste sich
anlässlich der bevorstehenden Olympischen
Spielen mit Spielen und Wettkämpfen inner- und
außerhalb der Mauern der Verbotenen Stadt.
Neben den
Ausstellungsräumen ist das Capital Museum mit
einem Mehrzweckraum und einem Multimediaraum
ausgestattet, in welchen regelmäßig
öffentliche Vorträge, Symposien etc.
stattfinden bzw. Filme vorgeführt werden. Zum
Zeitpunkt meines Besuches hatte ich das
Vergnügen, einem Vortrag über Porzellane aus
der Sammlung des Palastmuseums beizuwohnen. Die
besprochenen Objekte konnten im Anschluss an den
Vortrag in der Ausstellung betrachtet werden.
Daneben stehen dem Besucher weitere zahlreiche
Besucherdienstleistungen wie Führungen, Shops,
Cafés, Workshops für Kinder etc. zur
Verfügung.

Ebenso
wie in anderen chinesischen, relativ neu
eröffneten Museen wird der Besucher am Eingang
jeder Ausstellung mit Informationsmaterial auf
Chinesisch und Englisch ausgestattet (allerdings
waren einige der englischsprachigen Blätter
während meines Besuchs vergriffen). Die Blätter
geben eine kurze Einführung in das
Ausstellungssujet und stellen ausgewählte
Objekte mit einer Kurzinformation (Titel,
Jahresangabe) vor. Insgesamt würde ich jedoch
sagen, dass der Lerneffekt dieser Blätter
wesentlich geringer als beispielsweise der des
Shanghai Museums ist.
(Anna
Hagdorn, 2008)

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