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Capital Museum Beijing

Ausstellungsbesuch im Juli 2008, Anna Hagdorn.

Bereits 1953 wurden Pläne gemacht, das Capital Museum im Konfuzius Tempel in Peking zu etablieren, doch es sollte bis 1981 dauern, bis das Museum auch eröffnet wurde. 1999 wurden erste Pläne gemacht, das Museum in einem Neubau unterzubringen, im Jahre 2007 schließlich zog das Museum dann an seinen heutigen Standort in der Fuxingmenwai Dajie um. Das Gebäude besticht mit seiner Größe und der architektonischen Verschmelzung von Moderne und Tradition. Das Museumsgebäude beherbergt drei eigentlich unabhängige Konstruktionen: ein rechteckiges Ausstellungs-, ein ovales Ausstellungs- und ein quadratisches Verwaltungs- und Forschungsgebäude.

Insgesamt 5622 Ausstellungsobjekte vernehmlich mit einem regionalen Bezug zu Peking sind in Dauerausstellungen (regular exhibitions), in Ausstellungen von Kunstsammlungen (exhibition of fine artistic collection) und temporären Ausstellungen (temporary exhibition) zur Schau gestellt.

Unter den "regular exhibitions" werden folgende Ausstellungen zusammengefasst: "Ancient Capital Beijing - History and Culture", "Ancient Capital Beijing - Urban Construction" und "Old Stories of Beijing - Exhibition of Old Beijing Folk Customs". Ihnen ist gemein, dass sie sich ausschließlich mit der Kultur und Entwicklung der Region Pekings befassen. So sind dort beispielsweise ein Theaterhaus nachgebaut und Originalkostüme bedeutender Darsteller der Peking Oper ausgestellt. Besonders interessant ist auch, dass in der Ausstellung "Ancient Capital Beijing - History and Culture" die Entwicklungsgeschichte Pekings/Chinas der der übrigen Welt gegenübergestellt wird und so Vergleiche leichter möglich werden.

Unter den "exhibitions on fine artistic collections" finden sich schließlich folgende Ausstellungsschwerpunkte: Porzellan, Bronze, Kalligraphie, Malerei, Jade, buddhistische Skulpturen und Objekte aus dem Gelehrtenzimmer ("Exhibition of Fine Artistic Collection of Ancient Chinaware", "Exhibition of Fine Collection of Ancient Beijing Bronze Art", "Exhibition of Fine Artistic Collection of Ancient Calligraphy", "Exhibition of Fine Artistic Collection of Ancient Paintings", "Exhibition of Fine Artistic Collection of Ancient Jade Ware", "Exhibition of Fine Artistic Collection of Ancient Buddha Statues" und "Exhibition of Fine Artistic Collection of Gadgets of Studies"). Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Ausstellungshallen im rechteckigen Gebäude einen ersten Überblick geben und einzelne Themenschwerpunkte wie Kalligraphie, Malerei, Jade etc. nochmals in den ovalen Ausstellungshallen vertieft und ergänzt werden.

Mit den temporären Ausstellungen hat man sich zum Ziel gemacht, den kulturellen Austausch zwischen der Region Peking und anderen Gebieten Chinas bzw. der Welt aufzuzeigen und wissenschaftlich zu beleuchten. Bedauerlicherweise war zum Zeitpunkt meines Besuchs jedoch keine Ausstellungen dieses Ausstellungsziels geöffnet, die einzige geöffnete Sonderausstellungen befasste sich anlässlich der bevorstehenden Olympischen Spielen mit Spielen und Wettkämpfen inner- und außerhalb der Mauern der Verbotenen Stadt.

Neben den Ausstellungsräumen ist das Capital Museum mit einem Mehrzweckraum und einem Multimediaraum ausgestattet, in welchen regelmäßig öffentliche Vorträge, Symposien etc. stattfinden bzw. Filme vorgeführt werden. Zum Zeitpunkt meines Besuches hatte ich das Vergnügen, einem Vortrag über Porzellane aus der Sammlung des Palastmuseums beizuwohnen. Die besprochenen Objekte konnten im Anschluss an den Vortrag in der Ausstellung betrachtet werden. Daneben stehen dem Besucher weitere zahlreiche Besucherdienstleistungen wie Führungen, Shops, Cafés, Workshops für Kinder etc. zur Verfügung.

Ebenso wie in anderen chinesischen, relativ neu eröffneten Museen wird der Besucher am Eingang jeder Ausstellung mit Informationsmaterial auf Chinesisch und Englisch ausgestattet (allerdings waren einige der englischsprachigen Blätter während meines Besuchs vergriffen). Die Blätter geben eine kurze Einführung in das Ausstellungssujet und stellen ausgewählte Objekte mit einer Kurzinformation (Titel, Jahresangabe) vor. Insgesamt würde ich jedoch sagen, dass der Lerneffekt dieser Blätter wesentlich geringer als beispielsweise der des Shanghai Museums ist.

(Anna Hagdorn, 2008)

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