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Shanghai Museum

Ausstellungsbesuch im Juli 2008, Anna Hagdorn.

Das Shanghai Museum wurde 1952 gegründet und im selben Jahr zunächst im Horseracing Club der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1959 zog das Museum in das Zhonghui Building um. 1996 schließlich wurde das Shanghai Museum an seinem heutigen Standort auf dem People`s Square neu eröffnet. Das neue Museum ist knapp 30 m hoch und steht mit seiner quadratischen Basis und dem runden Überbau für das alte, chinesische Verständnis, dass sich der runde Himmel über die quadratische Erde wölbt.

Das Museum verfügt über insgesamt 38.000 qm Ausstellungsfläche, welche für Dauer- und Sonderausstellungen genutzt werden. Insgesamt besitzt das Museum 120.000 Ausstellungsobjekte, die wechselnd präsentiert werden. Im Museum befinden sich zehn monographische Galerien, die sich nach ihren Ausstellungsobjekten in folgende Themenbereiche einteilen lassen: Alte chinesische Bronzen, alte chinesische Skulpturen, alte chinesische Keramik, chinesische Malerei, chinesische Kalligraphie, chinesische Siegel, chinesische Jade, chinesische Münzen, chinesische Möbel der Ming- und Qing-Dynastie, Kunst der nationalen Minderheiten Chinas. An die monographischen Galerien angeschlossen gibt es zwei Galerien für Sammlungen, die von Privatpersonen gespendet wurden (Zande Lou Keramik Galerie, Liangtuxuan Malerei und Kalligraphie). Schließlich beherbergt das Museum auch noch drei Ausstellungshallen für Wechselausstellungen sowie einen Multimedia-Raum.

Zum Zeitpunkt meines Besuches waren bis auf die Galerie alter, chinesischer Jade alle monographischen Galerien geöffnet. Da das Museum aus konservatorischen Gründen allerdings auf unter 20 °C gekühlt ist und es folglich während der Sommermonate wegen allzu leichter Bekleidung recht kalt wird, habe ich davon abgesehen, mir zusätzlich auch noch die Sonderausstellungen anzusehen.

Besonders hervorzuheben sind die Informationsblätter für Besucher, welche am Eingang jeder Galerie ausliegen und den Besucher auf Chinesisch, Japanisch oder Englisch über die jeweilige Kunstgattung aufklären und vor allem benutzte Termini erklären. Zusammen mit den Informationstafeln innerhalb der Ausstellungen erleichtert dies das Verstehen und Wertschätzen chinesischer Kunst. Da ich die Informationsblätter sehr ergiebig fand, möchte ich diese im Folgenden kurz vorstellen.

"Chinesische Bronzen"

Einführungstext: Zeitliche und regionale Verbreitung, Gebrauch und gesellschaftlicher Hintergrund von Bronzen. Tabelle mit den wichtigsten Termini für Gefäßformen. Vorstellung der wichtigsten Dekorationsmotive wie taotie, Phönix-ähnlicher Vogel, kui-Drache. Abreibung einiger Bronzeinschriften.

"Alte chinesische Skulpturen"

Einführungstext: Zeitliche Einordnung, Materialien und Auswirkung des Buddhismus auf chinesische Bildhauerei. Beschreibung einzelner Kunstwerke. Vorstellung der wichtigsten buddhistischen Bildhauerei-Themen und Handhaltungen (mudras).

"Chinesische Keramik"

Methoden der Keramik-Herstellung. Vorstellung von verschiedenen Keramiktypen. Wichtige Porzellan-Waren zur Song- , Ming- und Qing-Zeit.

"Chinesische Malerei"

Einführung in die unterschiedlichen Themen der Malerei, z.B. Figuren-, Landschafts-, Blumen- und Vogel-, Literatenmalerei. Vorstellung der wichtigsten Werke des Museums.

"Chinesische Kalligraphie"

Einführung in die fünf Schrifttypen. Vorstellung bedeutender Kalligraphen. Besprechung wichtiger Kalligraphien des Museums.

"Alte chinesische Siegel"

Einführungstext: Entwicklung der Siegelschnitz-Kunst, Materialbesprechung und Gebrauch von Siegeln. Termini für die Besprechung von Siegeln. Vorstellung einiger Siegel von Literaten.

"Alte chinesische Münzen"

Einführungstext: Geschichte der chinesischen Münzen, deren Verbreitung und Ergänzung durch Papiernoten ab der Song-Zeit. Vorstellung einzelner Münzformen. Besprechung wichtiger Münzen.

"Chinesische Möbel der Ming- und Qing-Zeit"

Einführungstext: Geschichte des Sitzens in China - vom "Bodenwohner zum Stuhlwohner" und deren Auswirkung auf die Möbelherstellung. Vorstellung der wichtigsten Möbel-Typen. Termini für Armlehnenstuhl und Tisch. Beliebte Hölzer für Möbel.

"Kunst der nationalen Minderheiten Chinas"

Einführungstext: Nationale Minderheiten Chinas und deren Beeinflussung auf und Verschmelzung mit der Kunst der Han-Chinesen, Kostüme und Volksgebräuche, Textilien. Textil-Techniken wie Weben, Färben, Sticken. Besprechung ausgewählter Objekte.

(Anna Hagdorn, 2008)

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